Klimafreundlicher
Neubau: mit oder
ohne QNG?
Die KfW-Neubauförderung gibt es in zwei Stufen — mit und ohne QNG. Der Unterschied entscheidet über die Höhe des zinsverbilligten Kredits.
Das Programm Klimafreundlicher Neubau (KFN, KfW 297/298) fördert Neubauten mit zinsverbilligtem Kredit. Voraussetzung ist mindestens der Effizienzhaus-40-Standard und der Ausschluss fossiler Heizungen. Mit QNG steigt die Grenze der förderfähigen Kosten je Wohneinheit deutlich. Ob sich die QNG-Variante lohnt, hängt vom Bauvolumen ab. Daneben gibt es die befristete EH55-Stufe bis 30.6.2026. Für vermietende Bauherren kommt mit QNG die Sonderabschreibung nach § 7b EStG hinzu — oft der eigentliche Treiber.
Für Bauträger und Investoren: Neben dem zinsverbilligten KFN-Kredit ist die § 7b-Sonderabschreibung der eigentliche Renditehebel beim Mietwohnungsneubau — Voraussetzung ist das QNG-Siegel. Eckwerte: Baukostenobergrenze 5.200 €/m², Bemessungsgrundlage bis 4.000 €/m², Bauantrag bis 30.9.2029 (Stand: Juni 2026). Als zertifizierter QNG-Auditor begleiten wir die Zertifizierung von der Planung bis zum Siegel.
Die KFN-Förderstufen im Vergleich.
KFN fördert über zinsverbilligte Kredite. Ohne QNG gilt eine niedrigere Grenze der förderfähigen Kosten je Wohneinheit, mit QNG eine deutlich höhere — bei sonst ähnlichen Konditionen.
Das Programm Klimafreundlicher Neubau (KfW 297 für Wohngebäude, 298 als Variante) vergibt keinen Zuschuss, sondern einen stark zinsverbilligten Kredit. Den gibt es in zwei Ausprägungen: 'Klimafreundliches Wohngebäude' (ohne QNG) und 'Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG'.
Der zentrale Unterschied liegt in der Höhe der förderfähigen Kosten je Wohneinheit, die als zinsverbilligter Kredit gewährt werden. Mit QNG ist dieser Rahmen spürbar größer. Die konkreten Beträge ändern sich und sind am Planungstag zu prüfen.
EH40-Standard und der Ausschluss fossiler Heizungen.
Für die reguläre KFN-Förderung ist mindestens der Effizienzhaus-40-Standard nötig. Die Wärmeversorgung muss ohne fossile Energieträger auskommen — auch Biomasse ist in dieser Stufe ausgeschlossen.
Der reguläre KFN verlangt mindestens Effizienzhaus 40 — das Gebäude darf also nur 40 Prozent der Primärenergie eines Referenzgebäudes benötigen. Die Heizung muss ohne fossile Brennstoffe arbeiten.
Im EH40-KFN ist zudem Biomasse als Hauptheizung ausgeschlossen. In der Praxis bedeutet das meist: Wärmepumpe, Fernwärme oder vergleichbare erneuerbare Lösungen.
Höhere Kreditsumme gegen Zertifizierungsaufwand.
Mit QNG gibt es mehr zinsverbilligten Kredit, aber auch zusätzlichen Aufwand für Auditor und Nachweise. Die Frage ist, ob der Finanzierungsvorteil den Mehraufwand übersteigt.
Mit QNG steigt die förderfähige Kreditsumme — über die Laufzeit ergibt das einen Zinsvorteil. Dem steht der Aufwand für die QNG-Zertifizierung gegenüber: Auditor, Nachweise, Lebenszyklusanalyse.
Ein Teil dieser Zertifizierungs- und LCA-Kosten ist selbst förderfähig, was die Rechnung verbessert. Ob am Ende ein Plus steht, hängt vor allem vom Bauvolumen ab.
Sonderabschreibung: der Vorteil über die KfW hinaus.
Wer vermietet, kann mit QNG zusätzlich die Sonderabschreibung nach § 7b EStG nutzen — vier Jahre je 5 % der Herstellungskosten extra. Das ist für viele Investoren der eigentliche Grund für die QNG-Variante.
Bei der Abwägung 'mit oder ohne QNG' übersehen viele den steuerlichen Teil. Für vermietete Neubauwohnungen ist das QNG (über den Standard Effizienzhaus 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse) Voraussetzung für die Sonderabschreibung nach § 7b EStG.
Diese erlaubt vier Jahre lang je 5 % der förderfähigen Herstellungskosten zusätzlich zur regulären Abschreibung — bis zu 20 % insgesamt. Es gelten Grenzwerte (Stand Juni 2026): Baukostenobergrenze 5.200 €/m², Bemessungsgrundlage gedeckelt auf 4.000 €/m² Wohnfläche. Bei einem Mehrfamilienhaus mit hohen Herstellungskosten kann dieser Steuervorteil den Zertifizierungsaufwand um ein Vielfaches übersteigen.
Damit verschiebt sich die Rechnung 'mit/ohne QNG' für vermietende Bauherren deutlich: Zum höheren KfW-Kreditrahmen kommt der Steuervorteil. Für Investoren ist die QNG-Variante deshalb oft klar im Vorteil — die genaue Berechnung gehört aber in die Hand des Steuerberaters.
Ab welchem Bauvolumen sich QNG rechnet.
Je größer das Projekt und je mehr Wohneinheiten, desto eher lohnt QNG — weil der höhere förderfähige Kreditrahmen dann stärker durchschlägt als der fixe Zertifizierungsaufwand.
Bei einem einzelnen Einfamilienhaus kann der Zertifizierungsaufwand den Finanzierungsvorteil aufzehren. Bei Mehrfamilienhäusern und größeren Projekten vervielfacht sich dagegen der Vorteil des höheren förderfähigen Rahmens je Wohneinheit, während der Auditoraufwand relativ kleiner wird.
Für Bauträger und Investoren ist QNG deshalb oft attraktiv, für private Einzelbauherren seltener. Eine projektspezifische Rechnung schafft Klarheit — auch im Vergleich zur befristeten EH55-Stufe.
Wann KFN ohne QNG reicht.
Beim selbst genutzten Einfamilienhaus ohne Vermietungsabsicht greift § 7b nicht — dort kann die KFN-Basisstufe die wirtschaftlichere Wahl sein.
QNG kostet Geld — Zertifizierung, Nachweise, ggf. Mehraufwand im Bau. Beim selbst genutzten Einfamilienhaus ohne Vermietungsabsicht greift die § 7b-Abschreibung nicht; hier kann die KFN-Basisstufe (EH40 ohne QNG) die wirtschaftlichere Wahl sein. Beim Mietwohnungsbau dreht sich das Bild fast immer zugunsten von QNG. Wir rechnen beide Varianten konkret für Ihr Projekt durch — mit Zahlen, nicht mit Bauchgefühl: Erstgespräch zum Neubauprojekt.
Fragen & Antworten
Förderrichtlinien BAFA (bafa.de) und KfW (kfw.de), Gebäudemodernisierungsgesetz (verkündet am 28.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 226), dena. Alle Förder- und Rechtsangaben: Stand siehe Artikelkopf — verbindlich ist die jeweils gültige Richtlinie.